Grafik des Data-Dashboards mit Text "Data Dashboard"

Zehn Jahre Wissenschaftsbarometer: Neues interaktives Data Dashboard

Ab sofort lassen sich die Ergebnisse des Wissenschaftsbarometers Schweiz interaktiv erkunden. Das neue Data Dashboard umfasst alle fünf bisherigen Befragungswellen – 2016, 2019, 2020 (COVID-19-Edition), 2022 und 2025 – mit insgesamt 5’773 Befragten. Einzelne Erhebungsjahre können ebenso betrachtet werden wie die Entwicklung über die Zeit: Für alle Fragen, die in mindestens zwei Wellen gestellt wurden, steht eine Trendanalyse zur Verfügung. Sämtliche Ergebnisse lassen sich nach Sprachregion, Geschlecht, Alter, Bildung, politischer Haltung und Parteinähe aufschlüsseln, für 2025 zusätzlich nach den Publika der Wissenschaftskommunikation. Alle Grafiken und Datentabellen können heruntergeladen und über einen Link geteilt werden. Das Dashboard steht auf Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch zur Verfügung.

Zum Data Dashboard: https://wissenschaftsbarometer.ch/data-dashboard-de/

Hinweis: Die Erhebungsmethode hat zweimal gewechselt (2020 online, 2025 schriftlich, übrige Wellen telefonisch). Vergleiche über diese Wellen hinweg sind entsprechend vorsichtig zu interpretieren; im Dashboard sind die betroffenen Verbindungen gestrichelt dargestellt.

Stilisierte Icons zum Thema Wissenschaft und ein stilisierter Graph. Text: 2016-2025 Trendfile

Open Data: Trendfile des Wissenschaftsbarometer Schweiz (2016-2025) jetzt frei verfügbar

Die Befragungsdaten aller bisherigen Erhebungswellen des Wissenschaftsbarometer Schweiz sind ab sofort als kombiniertes Trendfile frei verfügbar. Der Datensatz bündelt die Querschnittsbefragungen von 2016, 2019, 2020 (COVID-19-Edition), 2022 und 2025 in einer einzigen Datei und ermöglicht damit systematische Analysen über rund ein Jahrzehnt hinweg.

Das Trendfile umfasst insgesamt 341 Variablen – von soziodemografischen Angaben über Einstellungs- und Nutzungsvariablen bis zu den Gewichtungsfaktoren. Enthalten sind sowohl Variablen, die in mehreren Wellen erhoben wurden und sich damit für Trendanalysen eignen, als auch solche, die nur in einer einzelnen Welle vorkommen. So lassen sich Entwicklungen im Vertrauen in die Wissenschaft, in der wissenschaftsbezogenen Informationsnutzung und in den Einstellungen der Schweizer Bevölkerung über die Zeit nachzeichnen.

Bereitgestellt wird der Datensatz über die Forschungsdaten-Plattform SwissUBase (vertrieben durch FORS, Lausanne). Neben der Datendatei enthält die Publikation auch die Fragebögen aller Wellen sowie die Methodensteckbriefe zu den einzelnen Erhebungen.

Zugang zum Datensatz: https://www.swissubase.ch/de/catalogue/studies/12634/21560/datasets/3334/4537/overview

Zitation: Schäfer, M., Mede, N. G., & Metag, J. (2026). Wissenschaftsbarometer Schweiz Trendfile 2016–2025 (Version 1.0) [Data set]. FORS. https://doi.org/10.48573/5ncx-rq20

Banner Wissenschaftsbarometer 2022/2025

Wissenschaftsbarometer Schweiz 2022 und 2025: Befragungsdaten jetzt frei verfügbar

Die Daten der Befragungen Wissenschaftsbarometer Schweiz 2022 und 2025 sind nun auf der Online-Plattform SWISSUbase frei verfügbar. Sie können dort heruntergeladen und unter Angabe der Quelle genutzt werden.

Der Datensatz 2022 umfasst die Befragungsdaten des Wissenschaftsbarometer Schweiz 2022 mit insgesamt 117 Variablen – von soziodemografischen Angaben über Personenvariablen bis hin zu einem Gewichtungsfaktor. Der Datensatz 2025 umfasst die Befragungsdaten des Wissenschaftsbarometer Schweiz 2025 mit insgesamt 163 Variablen – ebenfalls von soziodemografischen Angaben über Personenvariablen bis hin zu Gewichtungsfaktoren.

Den Datensätzen sind die jeweiligen Methodensteckbriefe und Fragebögen beigefügt, die sowohl auf SWISSUbase als auch auf der Projektwebsite abrufbar sind. Die zentralen Befunde der Befragungen finden sich zudem in den Ergebnisbroschüren der beiden Befragungen (2022 und 2025).

Wissenschaftsbarometer 2025

Wissenschaftsbarometer 2025: Hälfte der Schweiz vorsichtig, wenn KI über Wissenschaft informiert

Gemäss dem Wissenschaftsbarometer 2025 der Universität Zürich unterstützt die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung die Forschung und verurteilt Angriffe auf die Wissenschaft. Die meisten nutzen Künstliche Intelligenz, viele nähern sich ihr aber mit Vorsicht.

Die Schweizer Bevölkerung steht Wissenschaft und Forschung weiterhin überwiegend positiv gegenüber. Dies ergab das Wissenschaftsbarometer Schweiz 2025 der Universität Zürich. Dabei untersuchen die Forschenden alle drei Jahre, welche Einstellung die Schweizer Bevölkerung zu Wissenschaft und Forschung hat und wo sie sich darüber informiert.

Viele der mehr als 1500 Befragten halten Forschung für notwendig, befürworten staatliche Förderung und finden, dass politische Entscheidungen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen sollten. 60 Prozent geben an, der Wissenschaft stark oder sehr stark zu vertrauen – ein stabil hoher Wert, obwohl der Anteil der Skeptischen zuletzt etwas zugenommen hat.

Mehrheitlich positives Image der Wissenschaft

«Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Innovations- und Wissensgesellschaft Schweiz auf einem robusten Fundament steht: Die Schweizer Bevölkerung steht der Forschung mehrheitlich klar positiv gegenüber», sagt Co-Projektleiter Mike S. Schäfer, Professor am Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung der Universität Zürich. Das zeige sich auch an einem weiteren Befund: «Während die Befragten sachliche Kritik an der Wissenschaft, ihren Methoden oder Geldgebern für legitim halten, werden persönliche Angriffe wie Beleidigungen, Drohungen oder Gewalt gegen Forschende klar abgelehnt – das ist ein wichtiges Signal für den gesellschaftlichen Diskurs.»

Jenseits dieser Gemeinsamkeiten zeigen sich aber durchaus Unterschiede zwischen Personengruppen. Analysiert man wissenschaftsbezogenes Wissen, Interesse, Einstellungen und Vertrauen gemeinsam, dann zeigen sich in der Schweiz vier Gruppen, die unterschiedlich auf Wissenschaft und Forschung schauen: Die wissenschaftsaffinen «Sciencephiles» haben ein sehr hohes Vertrauen in die Wissenschaft, die «Kritisch Interessierten» sind zwar forschungsaffin, sehen aber auch klare Grenzen der Wissenschaft. Beide Gruppen machen zusammen rund ein Drittel der Bevölkerung aus. Rund 48 Prozent der Bevölkerung interessieren sich als «Passive Unterstützer» eher aus der Ferne für Wissenschaft. Die «Skeptischen» machen rund 17 Prozent aus.

TV als wichtige Informationsquelle, KI-Tools bei Jüngeren beliebt

Bei den Informationsquellen zu wissenschaftlichen Themen bleibt das Fernsehen das wichtigste Einzelmedium, gefolgt von Zeitungen und Zeitschriften. Filme und Serien gewinnen an Bedeutung; Wikipedia und Behörden-Websites bleiben wichtig. Videoplattformen und KI-Tools werden besonders von Jüngeren genutzt und liegen vor Radio, Podcasts und Messengern. Neben Medien spielt auch der persönliche Austausch eine Rolle: Viele sprechen im Freundes- und Bekanntenkreis über wissenschaftliche Themen oder besuchen Zoos, Museen und Veranstaltungen.

«Wir sehen hier die klaren Spuren des Medienwandels», sagt Co-Projektleiterin Julia Metag, Professorin an der Universität Münster. «Klassische Kanäle bleiben relevant, aber audiovisuelle Formate und digitale Angebote – inklusive KI-Tools – prägen besonders Jüngere und beeinflussen, wie sie mit Wissenschaft in Kontakt kommen.»

Votum für Digitale Souveränität und eigene Schweizer KI-Modelle

Eine Mehrheit der Bevölkerung nutzt Künstliche Intelligenz; rund ein Viertel sogar häufig. Dies aber mit Vorsicht: Fast die Hälfte der Befragten hält KI nicht oder eher nicht für eine vertrauenswürdige Informationsquelle bei wissenschaftlichen Themen, umgekehrt vertrauen nur wenige diesen Informationen stark. Zudem sprechen sich 71 Prozent dafür aus, dass die Schweiz eigene KI-Modelle entwickelt, um unabhängiger von den USA und China zu sein.

«Die Menschen wünschen sich Schweizer KI-Infrastrukturen und bleiben zugleich vorsichtig bei KI als Informationsressource», sagt Co-Projektleiter Niels G. Mede, Assistenzprofessor an der Universität Wageningen. «Diese Kombination aus Vertrauen in Schweizer Innovationskraft und gesunder Skepsis gegenüber aktuellen KI-Tools ist ein wichtiger Ausgangspunkt für eine verantwortungsvolle KI-Strategie in Wissenschaft und Gesellschaft.»

Über das Projekt

Der Wissenschaftsbarometer Schweiz der Universität Zürich untersucht seit 2016 alle drei Jahre, welche Einstellungen die Schweizer Bevölkerung zu Wissenschaft und Forschung hat und wo sie sich darüber informiert. Die Projektleitung liegt 2025 bei Prof. Dr. Mike S. Schäfer (Universität Zürich), Prof. Dr. Julia Metag (Universität Münster) und Prof. Dr. Niels G. Mede (Universität Wageningen). Gefördert wird das Projekt von der Universität Zürich, den Akademien der Wissenschaften Schweiz, dem ETH-Rat, dem Schweizerischen Nationalfonds und der Gebert Rüf Stiftung.

Methodik

Das Wissenschaftsbarometer 2025 basiert auf einer repräsentativen schriftlichen Bevölkerungsumfrage (Online- und Printfragebögen).

Die Stichprobe wurde mit Hilfe des Bundesamts für Statistik aus Einwohnermeldedaten der sprachassimilierten Wohnbevölkerung ab 16 Jahren gezogen.  1548 Personen wurden vom 13. Juni bis 10. Juli 2025 befragt (990 Deutschschweiz, 317 Westschweiz, 241 italienischsprachige Schweiz). Für die Module «Kritik/Angriffe auf Forschende» und «Künstliche Intelligenz» wurde die Stichprobe nach dem Zufallsprinzip geteilt und nur je die eine Hälfte befragt (Split Ballot). Die Stichprobe wurde nach Geschlecht, Alter, Sprachregion, Kanton, Siedlungsart und Bildung gewichtet.