Wissenschaftsbarometer 2019: Vertrauen in Wissenschaft und Forschung nach wie vor hoch

Die Schweizer Bevölkerung vertraut Wissenschaft und Forschung stark bis sehr stark. Wie der «Wissenschaftsbarometer Schweiz» 2019 zeigt, steht sie der Wissenschaft positiv gegenüber und möchte über die Forschung informiert werden. Am wichtigsten ist der Bevölkerung Forschung zu Klima und Energie.

Das Vertrauen der Schweizer Bevölkerung in Wissenschaft und Forschung ist nach wie vor hoch. Das zeigen aktuelle Daten der repräsentativen Umfragestudie «Wissenschaftsbarometer Schweiz» 2019. So geben 56 Prozent der Schweizer Wohnbevölkerung an, ihr Vertrauen in die Wissenschaft sei «hoch» oder «sehr hoch». Damit ist das Vertrauen in die Wissenschaft ähnlich ausgeprägt wie bei der ersten Befragung des Wissenschaftsbarometer Schweiz 2016 – damals waren es 57 Prozent. «Insgesamt vertrauen Männer der Wissenschaft ein wenig mehr als Frauen, und jüngere Menschen ein wenig mehr als ältere», erklärt Mike S. Schäfer, Professor der UZH, der die Studie gemeinsam mit Julia Metag, Professorin an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, leitet. «Ein weitreichender Verlust des gesellschaftlichen Vertrauens in die Wissenschaft lässt sich damit nicht zeigen», so Schäfer, «das entspricht auch den Ergebnissen vergleichbarer Studien in anderen Ländern».

Das Vertrauen in Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an Universitäten ist sogar noch höher: Fast zwei Drittel (64 Prozent) der Befragten vertrauen diesen in hohem oder sehr hohem Masse. Auch dies unterscheidet sich nur geringfügig von den Ergebnissen 2016. Mit diesem hohen Vertrauen verbunden ist ein insgesamt positives Bild der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. «Die Befragten weisen den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern überwiegend positive Eigenschaften wie ‘kompetent’, ‘erfahren’ oder ‘verantwortungsbewusst’ zu», so Julia Metag.

Positives Bild von Wissenschaft und Forschung
Die Ergebnisse des Wissenschaftsbarometers zeigen, dass die Schweizerinnen und Schweizer der Wissenschaft insgesamt positiv gegenüberstehen. 64 Prozent sind der Ansicht, dass wissenschaftliche Forschung ihr Leben verbessert. 73 Prozent der Befragten finden Grundlagenforschung notwendig, und ebenfalls 73 Prozent meinen, Forschung solle staatlich unterstützt werden.

Zudem will die Schweizer Bevölkerung über Wissenschaft informiert werden: So sind 79 Prozent der Befragten der Ansicht, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sollten die Öffentlichkeit über ihre Arbeit informieren. 36 Prozent würden gern einmal in einem wissenschaftlichen Projekt mitforschen. Allerdings sind nur 28 Prozent der Meinung, Bürgerinnen und Bürger sollten mitentscheiden, zu welchen Themen geforscht wird.

Klima- und Energieforschung intensivieren
Wenn es nach der Schweizer Bevölkerung geht, sollte die Wissenschaft in den nächsten Jahren insbesondere zu den Themen Klima und Ener¬gie forschen. An zweiter Stelle in der Prioritätenliste rangiert Forschung zu Gesundheit und Ernährung. Dann folgen Verkehr und Mobilität, Einwanderung und Integration sowie Kommunikation und Digitalisierung.

Internet zentrale Informationsquelle für wissenschaftliche Themen
Laut den aktuellen Ergebnissen kommt die Schweizer Bevölkerung am häufigsten im Internet mit Wissenschaft und Forschung in Kontakt. Dort informieren sie sich vor allem auf Wikipedia oder auf den Webseiten und Apps von Zeitungen und Zeitschriften über wissenschaftliche Themen. Damit bestätigt sich, dass die Digitalisierung voranschreitet und auch die Kommunikation wissenschaftlichen Wissens zusehends verändert.

Junge Menschen stossen über YouTube auf Wissenschaft
Betrachtet man die Schweizer Bevölkerung insgesamt, dann sind Zeitungen und Zeitschriften sowie Wikipedia die wichtigsten Quellen für wissenschaftliche Informationen. Für junge Schweizerinnen und Schweizer allerdings ist YouTube die zentrale Quelle: 44 Prozent der befragten 15- bis 34-Jährigen gibt an, «häufig» oder «sehr häufig» über YouTube mit Wissenschaft und Forschung in Kontakt zu kommen – mehr als auf jedem anderen Kanal. Bei dieser Altersgruppe spielen auch Facebook und andere soziale Netzwerke für den Kontakt mit wissenschaftlichen Themen eine nennenswerte Rolle (30 Prozent), Messenger wie WhatsApp (9 Prozent) allerdings nicht.

Die Broschüre «Wissenschaftsbarometer Schweiz 2019» mit Infografiken sowie einen detaillierten Tabellenband mit den Ergebnissen des Wissenschaftsbarometer Schweiz finden Sie bei den Ergebnissen.

Wissenschaftsbarometer Schweiz
Der Wissenschaftsbarometer Schweiz untersucht, welche Einstellungen die Schweizer Bevölkerung zu Wissenschaft und Forschung hat und wo sie sich über derartige Themen informiert. Das Langzeitprojekt wurde 2016 von Prof. Dr. Mike S. Schäfer (Universität Zürich) und Prof. Dr. Julia Metag (Westfälische Wilhelms-Universität Münster) ins Leben gerufen. Methodische Basis des Projektes ist eine repräsentative Telefonumfrage der Schweizer Bevölkerung ab 15 Jahren, die alle 3 Jahre stattfindet. Das Projekt wird von der Gebert Rüf Stiftung, der Stiftung Mercator Schweiz und dem Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung (IKMZ) der Universität Zürich finanziert.

Neue Broschüre: Die Resultate des Wissenschaftsbarometer 2019 im Überblick

Die neue Broschüre zeigt die wichtigsten Resultate des Wissenschaftsbarometer 2019 kompakt und grafisch aufbereitet. Auf der Ergebnisseite kann die zweisprachige (FR/DE) Broschüre, sowie die einzelnen Abbildungen daraus als Bilddateien, heruntergeladen werden.
Gedruckte Broschüren (12 x 12 cm) können beim Team des Wissenschaftsbarometers per Bestellformular bestellt werden.

Tabellenband Wissenschaftsbarometer 2019

Neuer Tabellenband: Alle Resultate des Wissenschaftsbarometer 2019 im Detail

Ergänzend zur kompakten Wissenschaftsbarometer-Broschüre stehen auch die Resultate des Wissenschaftsbarometer 2019 als Tabellenband zur Verfügung. Die Resultate der Befragung werden darin jeweils als Gesamtergebnis sowie aufgeschlüsselt nach Geschlecht, Alter, Bildungsniveau und Sprachregion dargestellt. Das PDF-Dokument steht auf der Ergebnisseite sowohl auf Deutsch als auch auf Französisch zum Download bereit.

Open Data: Die Befragungsdaten des Wissenschaftsbarometer 2016 bei FORSbase

Die Erhebungsdaten des Wissenschaftsbarometer 2016 sowie detaillierte Informationen zu Datensatz und Erhebung können nun vom Online-Repositorium FORSbase heruntergeladen und für weitere akademische Forschung genutzt werden.

Mit FORSbase betreibt das Schweizer Kompetenzzentrum Sozialwissenschaften (FORS) ein Online-Repositorium für Forschungsdaten und Forschungsinformationen sozialwissenschaftlicher Projekte aus der Schweiz. Neu kann über die Plattform auf Daten und Informationen der ersten Befragungswelle des Wissenschaftsbarometer Schweiz aus dem Jahr 2016 zugegriffen werden. Die Nutzung ist dabei auf die akademische Forschung beschränkt.
Neben dem Datensatz, der 129 Variablen und 1’051 Fälle umfasst, wurden auch eine ausführliche Dokumentation der Datenerhebung, eine Beschreibung des Datensatzes und die Erhebungsinstrumente auf FORSbase hinterlegt.

Befragungsdaten des Wissenschaftsbarometer Schweiz 2016. Universität Zürich, Zürich. Distributed by FORS, Lausanne 2019. https://doi.org/10.48573/n0px-vf91

Medienmitteilung zur ersten Wissenschaftsbarometer-Publikation: Mehr Wissenschafts-Enthusiasten als Desinteressierte

Wenn es um Einstellungen zu Wissenschaft und Forschung geht, gibt es vier Typen von Schweizerinnen und Schweizern. Diese reichen von 28 Prozent Wissenschafts-Enthusiasten bis zu 13 Prozent Desinteressierten. Trotz vieler Unterschiede unterstützen alle Typen die Förderung von Wissenschaft und Forschung, wie eine Studie der Universitäten Zürich und Freiburg zeigt.

Einstellungstypen, Wissenschaftsbarometer, Schweiz, Forschung, Wissenschaft

Der 2016 veröffentlichte «Wissenschaftsbarometer Schweiz» lieferte ein klares Bild: Schweizerinnen und Schweizer interessieren sich für Wissenschaft und Forschung und finden diese unterstützenswert. «Diese Hauptbefunde bedeuten aber nicht, dass alle Schweizer die gleichen Einstellungen zur Wissenschaft haben. Ein differenzierteres Meinungsbild ergibt sich durch eine Gruppierung der Bevölkerung», betont Julia Metag, Professorin an der Universität Freiburg. Sie und ein vierköpfiges Forscherteam haben diese Gruppen in einer neu veröffentlichten Studie rekonstruiert und dabei vier Typen von Schweizerinnen und Schweizern entdeckt, die sich in ihren Einstellungen zu Wissenschaft unterscheiden.

Enthusiasten und kritisch Interessierte
Zwei dieser Typen sind stark wissenschaftsinteressiert: Für die sogenannten «Sciencephilen» spielt Wissenschaft eine wichtige Rolle in ihrem Leben. Sie sind überzeugt, dass Wissenschaft nicht nur sehr nützlich ist, sondern auch viele Probleme lösen kann und wird. Die «Sciencephilen» machen rund 28 Prozent der Bevölkerung aus, sie sind mehrheitlich männlich, im Schnitt 47 Jahre alt und gut ausgebildet. Die zweite Gruppe (17 Prozent) ist auch sehr an Wissenschaft interessiert, nimmt jedoch eine kritischere Grundhaltung ein. Diese «Kritisch Interessierten» finden, dass man der Wissenschaft klare Grenzen setzen muss, da sie auch viele moralische und ethische Probleme mitbringt. Trotz aller Skepsis sind sie aber noch immer stärker als der Schweizer Durchschnitt dafür, dass Wissenschaft öffentlich unterstützt werden sollte.

Grösste Gruppe sind «passive Unterstützer»
Knapp 42 Prozent der Bevölkerung gehört zur grössten Gruppe der «Passiven Unterstützer». Menschen dieses Typs vertrauen der Wissenschaft grundsätzlich und finden, sie verbessere unser Leben im Grossen und Ganzen. Jedoch haben sie kein ausgeprägtes Interesse daran, sich vertieft mit Wissenschaft auseinanderzusetzen, geschweige denn sich einmal an einem Projekt, als sogenannte «Bürgerwissenschaftler», zu beteiligen. Zu dieser Gruppe gehören vor allem Frauen, im Schnitt sind sie 46 Jahre alt.

Der seltenste Typ – rund 13 Prozent der Bevölkerung – ist der «Desinteressierte». In seinem Leben spielt Wissenschaft so gut wie keine Rolle. Entsprechend denkt er nicht, es lohne sich über Wissenschaft informiert zu sein. Sein Vertrauen in die Wissenschaft ist von allen Typen das tiefste, weswegen er auch findet, dass sich die Gesellschaft zu sehr auf die Forschung verlässt. Entsprechend ist die öffentliche Unterstützung von Wissenschaft und Forschung bei diesem Typ am geringsten. Sie ist aber nicht negativ, sondern eher auf der Kippe. Auch in dieser Gruppe sind die Frauen in der Mehrheit, das Durchschnittsalter beträgt 45 Jahre.

Andere Typen, anderer Medienkonsum
«Die Typen wurden anhand von Einstellungen zu Wissenschaft und Forschung konstruiert. Schaut man jedoch auf den Medienkonsum, so zeigen sich auch hier systematische Unterschiede zwischen den Typen», erklärt Tobias Füchslin, Kommunikationswissenschaftler der UZH.

Am klarsten spiegeln sich diese Unterschiede in der Vielfalt der Medienkanäle, welche die Typen nutzen. Die beiden interessierten Typen – «Sciencephile» und «Kritisch Interessierte» – nutzen viele Kanäle und kommen über das Fernsehen, Radio und die Presse mit Wissenschaft in Kontakt. Noch öfter machen sie sich jedoch das Internet zu Nutze und informieren sich aktiv auf Wikipedia und wissenschaftlichen Webseiten. Die «Desinteressierten» kommen dagegen kaum durch Medien in Kontakt mit Wissenschaft. Mit einer Ausnahme: Das Radio- und TV-Angebot des SRF erreicht diese Gruppe genau so oft wie alle anderen drei Einstellungstypen.

Literatur:
Mike Schäfer, Tobias Füchslin, Julia Metag, Silje Kristiansen, Arian Rauchfleisch. The different audiences of science communication: A segmentation analysis of the Swiss population’s perceptions of science and their information and media use patterns. Public Understanding of Science. January, 2018. DOI: 10.1177/0963662517752886
Direkt: bit.ly/FourAudiences

Stakeholder-Workshop zur Evaluation und Weiterentwicklung des «Wissenschaftsbarometer Schweiz»

Am 3. Februar 2017 hat sich das Wissenschaftsbarometer-Team mit dem Projekt-Beirat und ausgewählten Schweizer und internationalen Stakeholdern getroffen. Diskutiert wurden im Rahmen eines eintägigen Workshops die Bewertung des Wissenschaftsbarometer und seiner Ergebnisse, mögliche Weiterentwicklungen der Befragung und potenzielle Kooperationsprojekte. Zusätzlich wurden weitere Möglichkeiten erörtert, um die Ergebnisse innerhalb der Schweiz sichtbar und wirksam zu machen.

Am Workshop teil nahmen Vertreterinnen und Vertreter von swissuniversities, den Akademien der Wissenschaften Schweiz, dem Schweizerischen Nationalfond zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (SNF), dem Schweizer Klub für Wissenschaftsjournalismus (SKWJ), der Schweizerischen Vereinigung der Hochschulkommunikatoren, dem Netzwerk FUTURE, von Science et Cité, von Wissenschaft im Dialog, der Mercator Stiftung Schweiz sowie den Universitäten Zürich, Fribourg, Lausanne, Koblenz-Landau und der London School of Economics and Political Science.

Stakeholder-Workshop 2017 Wissenschaftsbarometer Schweiz
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Stakeholder-Workshops diskutierten das Projekt anhand von kurzen Input-Vorträgen des Projektteams

Neuer Tabellenband: Alle Resultate des Wissenschaftsbarometer 2016 im Detail

Neuer Tabellenband: Alle Resultate des Wissenschaftsbarometer 2016 im Detail

Bisher konnten die ausgewählte Gesamtbefunde des Wissenschaftsbarometer Schweiz 2016 in der kompakten Broschüre eingesehen werden. Im neuerschienenen Tabellenband sind nun alle Ergebnisse detailliert dargestellt. Der Tabellenband zeigt nicht nur die Gesamtergebnisse, sondern auch wie sich diese nach Alter, Geschlecht, Bildung und Sprachregion aufschlüsseln. Das PDF-Dokument steht sowohl auf Deutsch als auch auf Französisch auf der Ergebnisseite zum Download zur Verfügung.

ScienceComm’16: Präsentation des Wissenschaftsbarometer 2016

Am 22. September wurden die ersten Resultate des Wissenschaftsbarometer Schweiz an der ScienceComm’16 in Granson, VD, vorgestellt. Die Resultate stiessen beim divers aufgestellten Publikum auf reges Interesse.

Der zweitägige Jahreskongress ScienceComm vernetzt die Akteure der Wissenschaftskommunikation und ist eine Plattform für den fachlichen Austausch. Der Kongress wendet sich an VertreterInnen von Hochschulen und Wissenschaftsfestivals, Presse- und PR-Institutionen, Kultur, Museen und Bildungseinrichtungen sowie an WissenschaftsjournalistInnen und PolitikerInnen, die sich für Bildung und Forschung engagieren.

In ihrer Auftakt-Präsentation lieferten Prof. Dr. Mike Schäfer (Universität Zürich) und Prof. Dr. Julia Metag (Universität Freiburg) dem Fachpublikum erste Einblicke in die offiziellen Ergebnisse der repräsentativen Befragung. Dazu gehörten Befunde, wie das generell hohe Interesse der Schweizerinnen und Schweizer an der Wissenschaft sowie eine klare Befürwortung staatlicher Unterstützung der wissenschaftlichen Forschung. Die weiteren Resultate können in der offiziellen Broschüre auf der Ergebnisseite nachgelesen werden.

Die Befunde stiessen nicht nur im Publikum vor Ort auf reges Interesse, sondern wurden auch von diversen Medien aufgegriffen und auf Social Media fleissig geteilt. Die Reaktionen machten deutlich, dass der öffentliche Bedarf nach diesen Informationen hoch ist und die Resultate eine bereichernde Rolle in der Schweizer Wissenschaftskommunikation einnehmen dürften.

Schweizer Bevölkerung vertraut der Wissenschaft – Publikation des Wissenschaftsbarometers 2016

Die Schweizer Bevölkerung steht Wissenschaft und Forschung positiv gegenüber: Sie vertraut den Aussagen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in hohem Masse und interessiert sich sehr für wissenschaftliche Themen. Dies zeigt der erste «Wissenschaftsbarometer Schweiz», den Forschende der Universität Zürich erheben.

Wissenschaftliches Wissen ist in vielen Lebensbereichen bedeutsam. Es beeinflusst Entscheidungen Einzelner – etwa zu Gesundheit, Ernährung oder Kindererziehung – ebenso wie politische und wirtschaftliche Entscheidungen. Dies gilt insbesondere für die Schweiz – eine Wissensgesellschaft mit hohen Ausgaben für Wissenschaft und Forschung, die zu den innovativsten Ländern der Welt gehört. «Die Schweizer Bevölkerung ist sich dieser Bedeutung der Wissenschaft bewusst und steht ihr insgesamt positiv gegenüber», erklärt Mike S. Schäfer, Professor der Universität Zürich. Er hat zusammen mit Julia Metag, Professorin an der Universität Fribourg den ersten «Wissenschaftsbarometer Schweiz» erhoben.

Grosser Rückhalt für Forschung
«Drei Viertel der Schweizer Bevölkerung halten wissenschaftliche Forschung für notwendig, auch wenn sich daraus kein unmittelbarer Nutzen ergibt», sagt Mike S. Schäfer. Eine ebenso grosse Zahl der Befragten ist der Ansicht, dass Wissenschaft und Forschung staatlich unterstützt werden sollten. Dies spiegelt sich auch in ihren Einstellungen wider: Das Interesse der Schweizer Bevölkerung an Wissenschaft und Forschung ist gross. Mehr als die Hälfte von ihnen interessiert sich stark oder sehr stark für diese Themen, mehr als für Wirtschaft und Finanzen oder für Sport. Nur für Politik interessieren sich mehr Befragte.

Auch das Vertrauen der Bevölkerung in die Wissenschaft ist ausgeprägt. Bei 57 Prozent der Bevölkerung ist das Vertrauen stark bis sehr stark. Bei nur 5 Prozent ist es gering oder sehr gering. Besonderes Vertrauen geniessen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an Universitäten. Die Befragten sind mehrheitlich der Meinung, dass Wissenschaft und Forschung ihr Leben verbessern, auch wenn sie der Ansicht sind, dass es Grenzen für die Forschung geben sollte. Nur Wenige sind allerdings daran interessiert, selbst in wissenschaftlichen Projekten mitzuforschen.

Information über Zeitungen und Internet
Das Wissenschaftsbarometer zeigt darüber hinaus, wo sich die Schweizer Bevölkerung über Wissenschaft und Forschung informiert: In erster Linie über die traditionellen Massenmedien wie Tages- und Wochenzeitungen sowie Wochenmagazine. Das Internet ist mittlerweile die zweitwichtigste Informationsquelle. Online werden am häufigsten Wikipedia und Webseiten öffentlicher Einrichtungen zur Information über wissenschaftliche Themen genutzt. Wissenschaft und Forschung sind auch zwischenmenschlich ein Thema: Mehr als ein Drittel der Befragten spricht häufig mit Freunden und Bekannten über wissenschaftliche Erkenntnisse und Resultate aus der Forschung.

Broschüre zu den Resultaten
Diese und weitere Resultate können in der offiziellen Broschüre des Wissenschaftsbarometers 2016 nachgelesen werden. Die Broschüre zeigt detaillierte Aufschlüsselungen aller Befunde und liefert graphische Darstellungen, die auch einzeln gespeichert und verbreitet werden dürfen.

Befragung für das Wissenschaftsbarometer 2016 ist abgeschlossen

Die telefonischen Befragungen für das Wissenschaftsbarometer 2016 sind abgeschlossen. Innerhalb von drei Wochen im Juni wurden 1,050 Schweizer Bürgerinnen und Bürger in allen Sprachregionen zu ihren Einstellungen zu Wissenschaft und ihren diesbezüglichen Informationsquellen befragt. Für das WiB-Team beginnt nun die Datenauswertung – erste Ergebnisse werden in Kürze publiziert.